Geschmiedete Türgriffe, Kerzenständer und andere kleine Details verleihen zeittypischen Einrichtungen eine authentische Wärme. Doch selbst ein so widerstandsfähiges und langlebiges Material wie handgeschmiedetes Eisen benötigt gelegentlich Reinigung und Auffrischung. Wie reinigt man Schmiedeeisen? Und welche Möglichkeiten gibt es, geschmiedete Elemente zu pflegen und zu restaurieren, damit die Schmiedearbeit bestmöglich zur Geltung kommt?
Es gibt verschiedene Methoden, die je nach Einsatzort und den Umgebungsbedingungen gewählt werden sollten. Dabei ist zu berücksichtigen, wie lange der aufgetragene Schutz nach der Reinigung unter den jeweiligen Bedingungen halten soll.
Wenn Ihre Türgriffe oder Torschlösser im Außenbereich verrostet sind, können Sie die betroffenen Stellen vorsichtig mit einer Drahtbürste abbürsten. Um Rostflecken zu entfernen, legen Sie das betroffene Teil in eine leicht saure Lösung, zum Beispiel in Zitronensaft mit etwas Salz oder in preiswerten Essig. Anleitungen dazu finden Sie zahlreich auf YouTube. Als Beispiel sei hier das Video von syyenergy7 genannt:
https://www.youtube.com/watch?v=TlcL_vHODkc&t=11s
Dort sieht man, wie schnell und einfach sich Rost mit Essig von Metall entfernen lässt.
Nach dem Entrosten sollte der Essig oder die verwendete Säure gründlich abgespült und das Teil anschließend lackiert oder beschichtet werden. Auf diese Weise bleibt das Schmiedestück auch im Außenbereich lange geschützt.
Doch was, wenn das Ziel ist, die natürliche Metalloberfläche und die rohe Schmiedeoptik sichtbar zu lassen?
Angenommen, ein geschmiedeter Kerzenständer, der jahrelang auf dem Kaminsims oder der Fensterbank gestanden hat, weist einige kleine Rostflecken auf. Bei leichtem Rost ist meist kein intensiver Einsatz von Drahtbürste oder Chemikalien nötig. Es reicht, ein paar Tropfen Speiseöl auf ein Haushaltspapier zu geben und den Kerzenständer damit abzureiben. Anschließend sollte die Oberfläche mit trockenem Papier nachgewischt werden.
Hat ein Kerzenständer aus Stahl jedoch jahrzehntelang in einem Abstellraum gestanden und soll nun wieder genutzt werden, ist eine gründlichere Reinigung erforderlich. Auch hier kann das Einlegen in Essig und das anschließende Abbürsten mit einer Drahtbürste helfen. Danach reicht einfaches Einölen jedoch nicht mehr aus, da dieser Schutz nur kurzfristig wirkt.
Auch zu Hause lässt sich eine Oberflächenbehandlung durchführen, die der traditionellen Schmiede-Endbehandlung sehr nahekommt. Es gibt verschiedene Varianten, je nachdem, wie der jeweilige Schmied arbeitet – darauf wird in späteren Beiträgen näher eingegangen. Die einfachste Methode besteht darin, das gereinigte Teil für einige Zeit in den Backofen zu legen. Achtung: Keine Mikrowelle verwenden! Ob Gas-, Elektro- oder Holzofen spielt dabei keine große Rolle. Aus Erfahrung lässt sich jedoch sagen, dass bei Gasöfen eine leichte Feuchtigkeit entstehen kann, die während des Erhitzens erneut leichte Rostansätze verursachen kann.
Das Teil sollte im Ofen so lange erhitzt werden, bis es eine Temperatur erreicht, bei der Kerzenwachs problemlos auf der Oberfläche schmilzt. Anschließend wird das heiße Metall mit Kerzenwachs eingerieben und das überschüssige Wachs sofort mit einem Tuch oder Haushaltspapier abgewischt. Dabei unbedingt Schutzhandschuhe tragen!
